Henryk Broder ist ein Riese! Ganz allein ist er in der Mehrheit gegenüber
all den kleinen Feuilletons. Die tapfere kleinere Minderheit aus Freitag,
taz, Zeit, Süddeutsche, FAZ und FAS hat in
den letzten Wochen ihren ganzen Mut zusammengenommen, um hinter dem
anarchistischen Witz Broders den dunkel schimmernden "Fundamentalismus der
Aufklärung" bloßzulegen. In einer ganzen Flut von Artikeln zurren sie ihn fest
und pieken ihn, wie das Zwergenvölkchen bei Swift.Thierry Chervel, Mitbegruender des Perlentaucher, liest in demselben noch einmal den in den letzten Wochen verstaerkt mit Schaum vor dem Mund aufgetretenen Helden des deutschen Feuilletons die Leviten. Grossartig!
Der von unseren Toleranzpredigern ohne jede Reflexion gehandhabte Begriff der
"Islamophobie" ist in erster Linie ein Kampfbegriff der Organisation der
Islamischen Konferenz (OIC), die seit dem Karikaturenstreit Monats- und
Jahresberichte über islamophobe Vorfälle in der westlichen Welt vorlegt
– wohlgemerkt: ausschließlich in der westlichen Welt. Von der Verfolgung der
Tschetschenen oder der Uiguren ist im letzten Bericht zum Beispiel mit keinem
Wort die Rede, denn Russland und China sind strategische Verbündete der
islamischen Staaten bei Abstimmungen in der UNO, wo die islamischen Staaten
ihren Krieg der Kulturen mit Vorliebe führen. China und Russland stimmten
zusammen mit anderen honorigen Mitgliedern der Vereinten Nationen wie Uganda
oder Simbabwe für eine UN-Resolution gegen "Diffamierung von Religionen", die
als einzige Religion den Islam explizit erwähnt (mehr hier).Und auch in seinem aktuellen Eintrag auf der Achse des Guten zeigt Herr Broder die Dummheit der feuilletonistischen 'Gouvernantenprosa' (Reinhard Mohr) auf.
Ich moechte zu diesem Artikel noch ergaenzen: Mit derselben absurden Argumentation wie Till-R. Stoldt kann man eine aehnliche Rechnung in Bezug auf den Mord einer rassistischen Dumpfbacke an einer Muslimin in einem Dresdner Gerichssaal aufmachen und dadurch rassistisches Gedankengut verharmlosen.
Und da wir gerade so schoen dabei sind: In seiner 'Gebrauchsanweisung fuer Islamversteher' redet Hamad Abdel Samad in Welt Online ebenfalls Tacheles:
Nach dem Minarettverbot der Schweizer und dem vereitelten Attentat auf Kurt
Westergaard hatte ich die Hoffnung, dass endlich eine unverkrampfte Streitkultur
entstehen würde, wo über die Themen Islam und Migration eine tiefgründige
Debatte geführt werden könnte. Meine Hoffnung wurde durch einige Medienbeiträge
in der islamischen Welt beflügelt, die diesmal nicht versuchten, die
Wutindustrie anzukurbeln, sondern Besinnung und Zurückhaltung anmahnten. Die
ägyptische Wochenzeitung "al-Youm al-Sabea" fragte sogar in einem kritischen
Bericht nach den Sünden der Muslime weltweit, die diese ablehnende Haltung
gegenüber dem Islam in Europa verursacht hätten. Sogar die Beiträge eines
"Häretikers" wie mir wurden veröffentlicht. Dort hat die Islamkritik scheinbar
Früchte getragen und einen Denkprozess unter Muslimen über die eigenen
Versäumnisse ausgelöst.
Und in Europa? Zwar wurden einige äußerst seltene islamkritische Beiträge in
den Mainstream-Medien veröffentlicht, doch bald hatte sich meine Befürchtung
bestätigt: In Europa wird ein Maulkorb schneller gefertigt als jedes
Gegenargument.
(...)
Solche Beiträge mögen zwar gut gemeint sein, weil sie aus dem Nobelturm einer
Kultur des schlechten Gewissens und nicht aus der Praxis stammen. Sie helfen uns
aber weder, zu einer ehrlichen Debatte zu gelangen, noch helfen sie Muslimen,
aus der eigenen Lethargie herauszukommen. Im Gegenteil, diese Vorwürfe
bestätigen die hartnäckigen Verschwörungstheorien und zementieren die
Opferhaltung vieler Muslime.
(...)
Ein altägyptisches Sprichwort sagt: "Der wahre Freund bringt mich zum Weinen
und weint mit mir. Er ist aber kein Freund, der mich zum Lachen bringt und
innerlich über mich lacht." Wer Muslime tatsächlich ernst nimmt, muss
Islamkritik üben. Wer mit ihnen auf gleicher Augenhöhe reden will, sollte mit
ihnen ehrlich sein, statt sie als Menschen mit Mobilitätsstörungen zu behandeln.
Schlimm genug ist es, wenn jemand Menschen für Behinderte hält, die keine sind.
Noch schlimmer ist es, wenn er anfängt, vor ihnen zu hinken, um eine Behinderung
vorzutäuschen, in der Illusion, sich mit ihnen dadurch zu solidarisieren.Und als Zugabe noch ein Blick hinter die Kulissen von jemand, der es wissen muss:
> Don't touch me there: Uncle, Sheikh...everyone
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