Verfasst um 05:38 Uhr in Gesellschaft, Herzensangelegenheiten, Religion, Wehret den Anfaengen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Das Triumvirat betrachtete den Scherbenhaufen der *Montagsproduktion*. Es muss sich einfach um eine Montagsproduktion handeln, denn sie hielt nur gut 30 Jahre. Das ist *Nichts*, gemessen an der Zeitspanne der *Ewigkeit*. Ganz feine Haarrisse weiteten sich immer mehr aus, bis das Objekt in einem telegenen Akt gleichzeitiger Im- sowie Explosion zerbarst. Jetzt steht das Triumvirat vor den Scherben, die fuer jeden in eine andere Richtung zeigen. Aber das kann auch ein Irrtum sein - und zwei Mitglieder des Triumvirats schauen einfach nur in die Luft und pfeifen vor sich hin.
Currently playing in the foreground: Brian Jonestown Massacre - Deep In The Devil's Eye And You
Verfasst um 15:24 Uhr in Das (Er)Leben, Herzensangelegenheiten | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Interessante Geschichtsstunde eben auf *ARTE* ueber den Hitler und die Nazis in Wort und Tat unterstuetzenden *Mufti von Jerusalem*, einen der einflussreichsten Fuehrer der arabischen Welt. Sehenswert.
Der ehemalige Mufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini - heute
eine umstrittene Figur der islamischen Welt - galt in den 20er bis 40er
Jahren als bedeutende politische und religiöse Autorität der
Palästinenser. Sein Antisemitismus ließ ihn ab 1937 offen mit den
Nationalsozialisten kollaborieren. So lebte al-Husseini zu Beginn der
40er Jahre in Berlin und unterstützte die Nazis mit seinem Einfluss,
den er als religiöses Oberhaupt der arabischen Muslime und als deren
politischer Führer genoss. Das Porträt erzählt eine nahezu unbekannte
Geschichte.
(...)
Von 1941 bis 1945 lebte er in Berlin und war eng mit der Staatsmacht
verbunden. In dieser Zeit stützte er das verbrecherische System
ideologisch und politisch und verteidigte es skrupellos. Die Beziehung
zwischen dem Mufti und den Nazis ist so frappant wie erschreckend und
eine bis heute unbekannte Geschichte des Dritten Reiches.
> Arte.tv
Die Dokumentation ist noch 7 Tage lang auf Arte+7 im Netz verfuegbar.
Leider wird nicht die Geschichte Amin al-Husseinis nach dem 2. Weltkrieg erzaehlt, wo er schon frueh einen spaeteren Nobelpreistraeger in dessen "Befreiungskampf" unterstuetzt.
Dann, im ersten arabischen Krieg gegen Israel, 1948, als der Mufti von Jerusalem erneut zum „Jihad“ gegen die Juden rief, „ging Arafat mit einem Kommando der Muslimbruderschaft nach Palästina“ (Baumgarten, 63). In der Encyclopaedia of the Orient heißt es zu diesem Krieg: „Arafat fights on the side of the grandmufti of Jerusalem“.
Bis zum Tode des Muftis bleibt der spaetere Nobelpreistraeger seinem Mentor und dessen Idealen verbunden.
Als aber Fatah in der Schlacht bei Karameh ein Jahr nach der Niederlage der Araber im Sechs Tage Krieg von 1967 einen Achtungserfolg erreichte, so zur stärksten Gruppierung unter sämtlichen Palästinenserfronten avancierte, da war auch Haj Amin al-Hussaini bereit, die „Krone des Führers“ an Yasser Arafat weiter zu reichen.Und noch 2002, schon 8 Jahre stolzer Traeger des Friedensnobelpreises, sagt dieser von vielen hochgeachtete "Freiheitskaempfer" in einem Interview ueber seinen Helden:
Haben sie es fertig gebracht, unseren Helden (!) Amin al-Hussaini beiseite zu schieben? ... Es gab zahlreiche Versuche, Haj Amin loszuwerden, den sie als einen Verbündeten der Nazis betrachteten. Und trotz alledem lebte er doch in Kairo, nahm am Krieg von 1948 teil, und ich war einer seiner Soldaten.Weiteres interessantes Hintergrundmaterial zu diesem Thema von Matthias Kuentzel:
> Der Mufti und die Deutschen
Als Ausgleich zu so viel Widerwaertigem laeuft bei mir im Hintergrund die wunderschoene, voelkerverbindende Musik der wunderschoenen Niyaz.
Verfasst um 00:00 Uhr in Herzensangelegenheiten, Politik | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Technorati-Tags: Arafat, Der Mufti von Jerusalem, Grossmufti, Islamismus, Nazis und Islamismus, Nazis und Muslimbruederschaft, Turban und Hakenkreuz
Im Vergleich zur Lage der Frauen in Afghanistan sind alle unsere Probleme in den reichen, freien westlichen Laendern *Luxusprobleme*.
Ann Jones auf Alternet: There's no hope for Afghanistan if women are not involved.
When the Feminist Majority argues that withdrawing American forces from Afghanistan will return the Taliban to power and women to house arrest, I see in my mind's eye the faces of women I know and care about. Yet an unsentimental look at the record reveals that for all the fine talk of women's rights since the U.S. invasion, equal rights for Afghan women have been illusory all along, a polite feel-good fiction that helped to sell the American enterprise at home and cloak in respectability the misbegotten government we installed in Kabul. That it is a fiction is borne out by recent developments in Afghanistan -- President Karzai's approving a new family law worthy of the Taliban, and American acquiescence in Karzai's new law and, initially, his theft of the presidential election -- and by the systematic intimidation, murder or exile of one Afghan woman after another who behaves as if her rights were real and worth fighting for...Ich wundere mich immer wieder, wie undifferenziert hier bei uns radikale, fundamentalistische Gruppen wie die Taliban mit konservativen oder fundamentalistischen Stroemungen innerhalb der katholischen Kirche verglichen oder sogar gleichgesetzt werden. Das ist, als ab man Handgranaten mit Birnen vergleicht (oder gleichsetzt).
Currently playing in the background: Mahler - Symphony No. 5 (Adagietto)
Verfasst um 00:33 Uhr in Herzensangelegenheiten, Politik, Religion | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
In ihrem Essay 'Aus Hass auf gemeinsame Feinde' (Untertitel: Ist sich die westliche Linke eigentlich ihrer Mitverantwortung am klerikalfaschistischen Regime im Iran bewusst?) geht sie hart mit dem seit 1979 herrschenden, menschenverachtenden Regime in ihrem Heimatland ins Gericht. Und mit den Linken. Was sehr wohl etwas miteinander zu tun hat.
(...)
Aus einem Interview mit der (pro israelischen) linken Wochenzeitung Jungle World: Es gibt keinen modernen Islam
(...)
Wie ist das zu erklären, wenn ein Land wie Deutschland mit seiner – für
mich – nie endenden historischen Last, der nationalsozialistischen
Judenvernichtung, mit dem Iran weiter wirtschaftliche und
diplomatische Beziehungen unterhält, während die iranische Regierung
Israel vernichten will? Was Hitler nicht vollenden konnte, wird bald
von Mullahs mit Atomwaffen vollstreckt, wenn Europa nicht endlich
aufwacht.
(...)
Sehr lesenswert auch ihre Rede auf der internationalen Iran-Konferenz in Berlin vom 3. Mai 2008.
Currently playing in the background: Laibach - Final Countdown
Verfasst um 21:59 Uhr in Herzensangelegenheiten, Politik | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Atlanta, GA, International Airport. Free WIFI (Germany, can you hear me...?).
Ich gehe als erstes, wie jedes Mal, wenn ich hier bin und auf meinen Anschlussflug warte, zu einem der Chinesen.
1 Item $4.99
2 Items $6.19
3 Items $6.99
Als Basis kann Reis oder Nudeln gewaehlt werden. Ich waehle *2 Items*, Reis, Hot and Spicy Chicken and Mango Chicken. Mmmmhh lecker. Und Riesenportionen.
Das waere uebrigens auch ein Vorbild fuer China Imbisse in D. Aus verschiedenen Gerichten auswaehlen zu koennen.
Dann ab zum naechsten Starbucks und einen *Soy Chai Tea Latte Venti* bestellen. Danach bin ich hier suechtig geworden. Zum Glueck gibt es den auch in D.
An den extra fuer Laptop User mit Stromanschluss ausgestatteten Plaetzen sitzt mir einer der vielen jungen Armeeangehoerigen in ihren typischen Uniformen gegenueber, die man hier ueberall auf Flughaefen sieht. Mir gefaellt das Erkennungszeichen seiner Einheit. Jede Einheit kreiert ihr eigenes Emblem, das sie stolz am Aermel traegt. Ich frage ihn, ob ich es fotografieren darf und wohin er fliegt. Sein Einsatzort ist dieses Mal Bagdad. Dann mache ich das, was mir schon lange ein Beduerfnis ist. Stellvertretend fuer alle anderen amerikanischen Frauen und Maenner, die in Afghanistan und Irak im Einsatz sind, danke ich ihm fuer das, was er im Dienst der Freiheit leistet und wie wichtig und nuetzlich sein Einsatz ist. Diesem Beduerfnis, meinen Dank auszudruecken, bin ich auch schon bei aelteren Amerikanern nachgegangen, die waehrend des 2. Weltkriegs in Deutschland kaempften und ursaechlich verantwortlich dafuer sind, dass ich in einem der reichsten und freiheitlichsten Staaten der Welt aufwachsen durfte.
Kurz darauf kommt ein freakig gekleidetes junges Maedchen vorbei und
meint zu mir: I like your hat. Das ist mir hier in den USA schon
unzaehilige Male passiert. In Metropolen und kleinen Wuestenkaeffern,
bei alten und jungen, freakig und *normal* gekleideten Menschen.
I like your hat.
I like your suit.
I like your outfit.
Die
treffendste Bemerkung in diesem Zusammenhang machte Robert, ein
kraeftiger, ueber und ueber taetowierter junger Mann mit
kahlgeschorenem Haupthaar, der in Sedona im Crystal Magic Store
arbeitet: With your outfit you can travel through time
and space and on other planets - it always fits.
Das erinnert mich
an meine Lieblingsserie *Dr. Who*, ueber die wir uns dann noch
unterhalten. Robert hat einige Jahre in einem Zen Kloster noerdlich
von San Francisco verbracht und erzaehlt von dem dort oft aufkommenden
Nebel in den Redwood Trees rund um seine Meditationsstaette, der den Ort zu einer *Maerchenwelt* machte.
Currently playing in the background: [entspannende Live Piano Music here in Airport Atlanta, GA]
Verfasst um 21:38 Uhr in Herzensangelegenheiten, Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Gerade hier in den USA (speziell in SF und LA), wo ich es geniesse, mich in den unterschiedlichsten ethnischen Bevoelkerungsgruppen zu bewegen (und als Weisser oft eine verschwindend geringe Minderheit bin - was mir zumeist garnicht mehr auffaellt), erkenne ich die Richtigkeit und Wichtigkeit dieses Textes, der einen Teilaspekt des groessten Problems des heutigen Europa sehr gut auf den Punkt bringt und die immer haeufig gebrauchte, einer undifferenzierten Denkweise entsprungene Formel *Islamkritik ist dasselbe wie Antisemitismus* (oder auch *Die Moslems sind die Juden von heute*) ad absurdum fuehrt.
(...)
Islamkritiker im Geiste von Freiheit und Gleichheit ringen darum, dass
die Muslime die Freiheit unserer Kultur akzeptieren, sie ringen darum,
dass die Muslime diese Freiheit in ihrem täglichen Leben praktizieren.
Islamkritik ist Kämpfen für Integration - der Muslime;
Antisemitismus ist Kämpfen gegen die Integration - der Juden.
Islamgegnerschaft ist deshalb das präzise Gegenteil von Antisemitismus.
(...)
> Frank A. Meyer: Buerger Moslem
Currently playing in the background: [Sufi Music (Sukun)]
Verfasst um 02:32 Uhr in Herzensangelegenheiten, Politik, Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Etwas genervt, da heute einiges schief gegangen ist, will ich eigentlich nach Hause. Da im Caffee Trieste jedoch noch Musik zu hoeren ist ist, kann ich nicht wiederstehen und gehe hinein. Hier gibt es jeden Mittwoch Abend Live Musik und ich bekomme noch die letzten Stuecke der letzten Band mit. Cafe Americain sind eine buntgemischte Band von 10 Musikern fast jeglicher Ethnie und Couleur und spielen wunderschoene akustische Musik.
Standing at a musical crossroad of the world, the acoustic string group
Café Americain draws from the bohemian sounds of European café music,
romantic gypsy jazz, elegant Brazilian Choros and Bossa Novas, and, of
course, the always hip Great American Song Book.
(...)
This group of engaging, charismatic performers plays traditional music
perfectly suited to modern life. It is a captivating sound in which
warm, rich instrumental voices bring forth music full of agile grace,
subtle nuance, impeccable timing and irrepressible spirit.
In short, this is music for “la dolce vita”!
> aus ihrer Webseite
Ja, das kann ich voll und ganz bestaetigen.
Im Caffee Trieste gibt es keine Buehne. Die Musiker sitzen genau wie die Gaeste auf Stuehlen an Tischen. Das tut ihrer guten Laune und Spielfreude jedoch keinen Abbruch, eher im Gegenteil. Das Publikum ist, genau wie die Musiker, bunt gemischt mit einem - fuer mich - ueberdurchschnittlich hohen Anteil an Japanern. Es herrscht eine wunderschoene, aufgekratzte und zugleich entspannte Stimmung. Das Publikum geht bei jedem Song mit. ich bin sofort gefangen von dieser Atmosphaere und meine ganze Spannung faellt von mir ab.
Beim letzten Song, als Blaetter mit dem Text ans Publikum verteilt werden und alle mitsingen, laeuft mir eine Gaensehaut ueber den Ruecken und ich habe Traenen in den Augen. Ich spuere, etwas ganz Besonderes laeuft hier ab. Ich fuehle mich in eine andere, ich scheue mich nicht zu sagen - magische - Realitaet versetzt. Ich glaube, wenn ich mal wieder verspannt bin, schaue ich mir einfach dieses Video an und durch die Erinnerung an diesen magischen Abend wird es mir wieder besser gehen.
Nach dem Ende des Konzerts beobachte ich noch das aufgekratzt und entspannt plaudernde Publikum, sowohl im Cafe als auch auf der Strasse in der lauen Spaetsommernacht. Alle moeglichen Sprachen und Ethnien vermischen sich und plappern durcheinander. Es gibt auch viele gemischtrassige Paare. Wunderschoen. Mir haben es vor allem die bezaubernden, charmanten, jungen Japanerinnen, die viel und oft lachen, angetan.
Ich bin so entspannt, ich habe noch nicht einmal Lust, einen Wein o.ae. zu trinken und gehe irgendwann gluecklich nach Hause, um sofort diesen Eintrag zu schreiben. Auch jetzt bin ich noch ganz verzaubert.
Uebrigens: Auf ihrere Facebook Seite gibt es noch viele weitere, wunderschoene Videos von Cafe Americain, auch in besserer Qualitaet als meine iPhone Videos. Sie spielen wohl regelmaessig im Caffee Trieste und auch mit verschiedenen Besetzungen.
Currently playing in the
background: [natuerlich Cafe Americain]
Verfasst um 10:17 Uhr in Herzensangelegenheiten, Musik, Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Sahar Miller - isn't she beautiful...???!!!! :-):-):-)
Currently playing in the background: Connie Francis - That's Amore
Verfasst um 09:00 Uhr in Herzensangelegenheiten, Musik, Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
*Vielen Dank für das bewusstseinserweiternde Interview* sagt der Reporter zum Schluss des Gesprächs - und meint es wirklich ernst (und Recht hat er!). Er sagt es zu dem inzwischen 68-jährigen Schauspieler Rolf Zacher, der eine gute halbe Stunde lang aus seinem interessanten Leben erzählt hat. Keine Sekunde langweilig, voller Humor und Herzenswärme. Es geht u.a. um Dr. Jekyll und Mr. Hyde, Musik, Drogen, Alltägliches, den Tod, Glauben, Religion, Reinkarnation ...etc. Nicht wie zumeist auf einer oberflächlichen Ebene, sondern auf der Basis von tiefgehenden Reflektionen, Gedanken und Erfahrungen. Vor allem der Schluss des Interviews, in dem Rolf Zacher über sein Verständnis von Religion und Spiritualität erzählt, ist äusserst hörenswert.
Alles was er sagt, kann ich - wenn ich so auf mein Leben (zurück-)blicke - sehr gut nachvollziehen. Ich glaube, so etwas nennt man Seelenverwandtschaft.
Currently playing in the background: Barbez! - The Portrait
Verfasst um 13:53 Uhr in Fernsehen, Film, Herzensangelegenheiten | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)
"If there is a place where a man can grow old
contentedly, it is on some quiet, drowsy atoll, where today is forever
and tomorrow never comes; where men live and die, feast and sorrow,
while the wind and the waves play over the wet sands and gleaming reefs"
Australian author, Julian Hillas (aka Dashwood) who lived on Rakahanga during the 1940s
Verfasst um 23:01 Uhr in Herzensangelegenheiten, Musik, Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Bestimmt wird es im Nahost-Konflikt auch diesmal wieder heissen: *Wenn zwei sich streiten, ist Israel schuld.* Leider und zu Unrecht.
Aus einem bemerkenswerten Videokommentar von Spiegel-TV.
Currently playing in the background: Cool Facts About Israel
Verfasst um 17:06 Uhr in Herzensangelegenheiten, Politik | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Eine Grundsatz - Erklärung von Lila, deren Blog Letters from Rungholt schon seit einiger Zeit in meiner - immer noch äusserst bescheidenen - Blogroll zu finden ist. Als Betroffene beleuchtet sie aus persönlicher Sicht sehr differenziert und gleichzeitig menschlich und bewegend die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen ihres Landes - in erster Linie unter dem Aspekt des Verhältnisses der Bürger ihres Heimatlandes zur Zahal - zu ihrer Armee, die momentan wieder einmal im Licht der Weltöffentlichkeit steht.
Die Kehrseite des Stereotpys vom bösen Haudrauf Avi Jedermann ist das
Stereotyp vom guten Haudrauf Avi Jedermann. Eine bestimmte Sorte
Israel-Freunde erwartet von Israel, genauer von der israelischen Armee
Zahal, daß sie alle westlichen Frustrationen mit den Moslems, den Arabern, den Islamisten, den Jihadisten,
wem auch immer, ausagiert und es ihnen mal richtig zeigt. Ohne
humanistische Zimperlichkeiten, ohne Rücksichtnahme, ohne Ethos, ohne
Moral. Immer feste druff, es wird schon keinen Falschen treffen. Macht
sie alle! Die kernigen Freunde jubeln aus Europa gern mit, als
Schlachtenbummler, die nicht naß werden, wenn es regnet.
(...)
Im Gegensatz zu anderen Armeen, in denen sich die einfinden, die Armee grundsätzlich gut finden, während alle anderen wegbleiben, verweigern oder den Wehrdienst sonstwie umgehen, zieht Zahal ganze Jahrgänge von Mädchen und Jungen ein. Zahal ist Teil der Familie, für alle Israelis außer moslemischen Arabern und anti-zionistischen Ultra-Orthodoxen. Nicht etwa, wie manche unklugen Beobachter suggerieren, weil Israelis so militärbegeistert sind. Nein, wir stehen hinter Zahal, weil wir es selbst Zahal SIND. Auch jemand wie ich, der nie eine Uniform getragen hat. Zahal ist ganz praktisch Teil meines Lebens, seit ich hier bin.
Jeder von uns unterstützt Zahal, weil die Armee uns beschützt und weil wir dort Leute haben, die wir mögen und auf die wir uns verlassen. Alle Leute, mit denen ich zu tun habe, sind bei der Armee gewesen, sind immer noch im Reservedienst, oder haben liebe Menschen zur Armee geschickt. Wir reagieren kritisch, wenn die Armee Fehler macht (ob es um fahrlässigen Leichtsinn im Umgang mit Soldaten angeht, falsche militärische Entscheidungen oder was auch immer), wir identifizieren uns mit der Armee und sie ist Teil unseres Lebens. So wie für eine Pfarrfamilie die Kirche oder für eine Bergbaufamilie der Pütt Teil des Lebens ist.
(...)
Der Forscher, der Dirigent, die Bildhauerin, sie alle waren in der Armee und haben dort das Ihre gegeben - und ein bißchen von ihrem “spirit” in der Armee gelassen. Die Armee wiederum hat sich, außer in Ausnahmefällen, nicht etwa zum Ziel gesetzt, diesen Geist zu brechen und aus dem Forscher, Dirigenten und der Bildhauerin Rekruten zu machen, die wie Fremdenlegionäre zuschlagen und keine Fragen stellen. Die Armee weiß, daß sie die israelische Gesellschaft zerstören würde, wenn sie das täte. Die Soldaten müssen so unbeschadet wie möglich aus der Armee kommen, in den Gerichtssaal, das Labor, die Autowerkstatt und den Kindergarten zurückkehren. sonst ist Israel in einer Generation kaputt. Tot. Eine Fremdenlegion mit zivilen Anhängseln. Dann wäre die Armee Selbstzweck, aber das Leben in Israel wäre nicht mehr lebenswert.
Zahal bewahrt unser Leben und bewacht unseren Schlaf. Wir sind dafür dankbar. Ich würde nie erwägen, meine Kinder in Deutschland in Sicherheit zu bringen und sie nicht dem Staat dienen zu lassen, der ihnen ermöglicht hat, glücklich aufzuwachsen. Aber Zahal ist keine Armee von Monstern und Robotern, sondern von Menschen, die Menschen bleiben wollen, mit Uniform und ohne Uniform.
Die Kommentatoren und Leser, die mich mit Verachtung auslachen und die Zahal als zu weich kritisieren, haben nicht den geringsten Respekt vor Israel, den Werten, die Israel ausmachen und die das Leben hier lebenswert machen. Israel schenkt der Welt Erfindungen, Krativität, Bücher, Mikrochips, intelligente Lösungen. Es ist dasselbe Israel, das sich überlegt, wie es Zivilisten schont, wie so so effektiv wie möglich und nicht destruktiver als nötig vorgeht. Ich weiß, daß das den Rambo-Fans nicht imponiert, sondern sie nur in ihrem Glauben bestärkt, daß Israel schwächlich ist und ich die Schwächlichste von allen. Darum schreibe ich auch nicht wirklich für sie, sondern für die, die in Israel mehr sehen wollen als den gewaltbereiten Vollstrecker ihrer eigenen Vernichtungsfantasien. Sondern für die, die wirklich verstehen wollen, wie Israel tickt. Respekt vor dem Leben.
Wer nicht begreift, daß ein Kämpfer MIT Gewissen und moralischem Rückgrat viel mehr Respekt verdient als ein gewissenloser, eisenharter Legionär - der hat nichts begriffen. Denn nur der Kämpfer, der mehr ist als Kämpfer, kann seiner Gesellschaft mehr geben als Krieg. Nur er kann auch Frieden machen.
(Hervorhebungen sind von mir)
Direkter Link zum Blogeintrag
Das ist genau die Sichtweise eines Kämpfers und Kriegers, mit der ich mich auch als Buddhist voll identifizieren kann.
Currently playing in the background: Israel Philharmonic Klezmer Jewish Music Band & Klezmer Israel Zohar
Verfasst um 16:13 Uhr in Herzensangelegenheiten, Politik | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Der einzige Weihnachtsmarkt, der mich interessiert und für den ich jedes Jahr nach Siegburg fahre, ist eigentlich ein Etikettenschwindel und Fall für den Verbraucherschutz. Oder sieht das etwa nach Weihnachtsmarkt aus?
Musiker und Gaukler unterhalten das Volk, Deftiges, Gesundes, Backwerk und Getränke werden dargeboten (z.B. herrlich duftendes, frischgebackenes Brot, der beste Met, den ich kenne sowie ein überaus leckerer Apfel-Feigen- sowie Dattel-Rosenwasser-Tee), Schausteller und Händler sprechen allesamt eine seltsame und schöne Sprache: Hat Er noch einen Taler?, und vor allem, alle (wirklich alle!) der Schausteller und Händler sind von einer von Herzen kommenden Freundlichkeit, die man in dieser Form und Häufigkeit ansonsten selten antrifft. Das ist meine Welt.
Mein Lieblingsgaukler (siehe Bilder weiter unten) ist auch wieder da. Er ist Waliser und führt Kunststückchen vor, erzählt lustige Geschichten (ja, ich habe viel gelacht, obwohl ich ansonsten mit Komikern oder Kabarettisten oder wie diese Leute heissen kaum etwas anfangen kann - ausser Helge Schneider und Karl Valentin natürlich), teilt Seitenhiebe gegen die Obrigkeit aus (jedoch gar nicht peinlich oder oberflächlich, wie man es ansonsten gewohnt ist) und ist auch in keinster Weise politisch korrekt. Ich fühle mich wirklich in die Zeit zurückversetzt als Leute wie er (oder er selbst in einem seiner früheren Leben?) im Mittelalter auf Marktplätzen das in Scharen herbeiströmende Volk unterhielten, als es weder Fernsehen noch Computer, Radio, Playstations, Wiis oder iPods gab. Er bezieht permanent das Publikum mit ein, nimmt auch einzelne Personen auf die Schippe, jedoch nie herabsetzend oder verletzend. Ganz im Gegenteil, zum Schluss findet er immer den Dreh, die jeweilige Person aufzubauen bzw. mit einem positiven Gefühl zu entlassen. Er ist ein wirklich guter Mensch im besten Sinne des Wortes (ich meine das wirklich so ohne jegliche Ironie und Sarkasmus!), der die Menschen liebt und durch seine Darbietungen ganz viel für sie tut (so wie der junge Mann in diesem wunderbaren Video). Er ist einer der Menschen, die ich wirklich bewundere.
Als wir im Dunkeln diese andere Welt aus einer vergangenen Zeit verlassen und wieder eine der unzähligen, immer gleich aussehenden, langweiligen Einkaufszonen um uns haben, bin ich richtig traurig.
Currently playing in the
background: Estampie - Floret Silva
Verfasst um 23:52 Uhr in Herzensangelegenheiten, Musik | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Fortschritt und moderne Technik ist doch etwas Wunderbares. Gerade finde ich dieses Video auf YouTube. Die Cadillac Angels in Jerome. Es ist zwar nicht die Performance, die ich vor einigen Tagen gesehen habe, jedoch die Stimmung ist genau dieselbe. Ich bekomme ganz feuchte Augen. Arizona... Was für ein Land... Welch wunderbare Menschen... Was soll ich denn noch in Deutschland? Wo liegt das überhaupt. Eigentlich möchte ich noch schreiben: Leckt mich doch alle ... aber ich mache es nicht, man muss als erwachsener, seriöser Mensch doch die Contenance bewahren und wer weiss, wer alles mitliest...
Verfasst um 00:24 Uhr in Herzensangelegenheiten, Musik, Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Heute vor 232 Jahren war ein wichtiger Tag für alle freiheitsliebenden Menschen:
Hintergründe und Fehlerkorrekturen
Currently playing in the background: Kinky Friedman - On The Road Again
Verfasst um 19:52 Uhr in Gesellschaft, Herzensangelegenheiten, Politik | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
Wer sich fernab von jeglicher Ideologie fakten- und kenntnisreich in angenehmem Schreibstil über die USA informieren möchte, kommt hieran nicht vorbei.
Verfasst um 03:01 Uhr in Herzensangelegenheiten | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
Nach einer ZDF-Doku über 9/11 glauben in einer Online-Abstimmung über 60 % der Teilnehmer, dass Bush, die US Behörden oder die Rüstungslobby Drahtzieher der Anschläge sind. Na ja, auch wieder nicht so erstaunlich. Die ZDF-Doku ist ja auf fruchtbaren Boden gefallen.
Verfasst um 12:20 Uhr in Herzensangelegenheiten, Randbemerkungen | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)
Verfasst um 01:32 Uhr in Herzensangelegenheiten | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)
