Jetzt oute ich mich.
Extremes bis Abseitiges mochte ich ja schon immer. Von Industrial bis hin zu Deutschen Schlagern.
Das ist in meinen Augen aber noch gar nix gegen den Herrn, den ich gerade entdeckt habe (und der es schon zu einiger Beruehmtheit gebracht hat):
Das hat aus meiner Sicht eine ganz neue Qualitaet. Deutsches Schlager-Schmachten und die entsprechenden Texte ins Unermessliche ueberhoeht oder vielmehr auf das Wesentliche reduziert, unterlegt mit einem Housebeat und dargeboten unter einem duemmlichen Dauergrinsen des Hauptprotagonisten. Und dazu seltsame Trash-Videos.
Das Phaenomen Alexander Marcus sowie der von ihm kreierte Musikstil 'Electrolore' wurde natuerlich auch schon von unserer sogenannten Qualitaetspresse entdeckt und 'analysiert'. Jedoch, wie immer, wenn es um Trashiges oder Abseitiges geht, mit intellektuell verkopfter Distanzierung - auch wenn man es irgendwie gut findet. (FAZ, SPON, Welt). Da wird Name-Dropping bis zum geht nicht mehr praktiziert (z.B. wird ein Zitat von Jarvis Cocker eingestreut), werden abstruse Vergleiche angestellt (von Dieter Bohlen ueber Guildo Horn bis hin zu Helge Schneider - was falscher nicht sein kann) und Vieles nicht verstanden (z.B. wird eine bewusst fiktiv gestaltete Biographie fuer bare Muenze genommen).
Aus meiner Sicht kommt folgende Einschaetzung aus dem SPON-Artikel dem 'Phaenomen' Alexander Marcus noch am naechsten: "Die Vorstellung, dass der Typ tatsächlich so meschugge ist, bleibt zumindest möglich."
Ich ueberlege mir sogar, am 11. September im 'Getaway' in Solingen 22 EURO fuer einen Liveauftritt dieses Herrn zu bezahlen. Obwohl mir natuerlich klar ist, dass das Publikum zum grossen Teil aus Menschen bestehen wird, die auch den 'Toedlichen Markus' gut finden (der sogar mir zu extrem ist). Des weiteren fuerchte ich, dass das Ganze ohne die entsprechenden Trash-Videos viel von seiner Anziehungskraft verliert.

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