Leicht verwirrt läuft der nicht mehr ganz so junge Mann unter der Brücke auf dem Autobahnzubringer umher. Sein Blick fällt auf ein am Boden liegendes Bruchstück einer CD oder DVD - wahrscheinlich einer Porno-DVD. Ist ja lustig, denkt er und steckt es ein. Was soll er auch machen? Er muss warten.
Seine Gedanken gehen wenige Minuten zurück. Er sitzt in seinem Auto und alles ist weiss, wie voller Staub, und es riecht seltsam. Wenig später wird er erfahren, dass ein Auslösen der Airbags wie eine kleine Explosion wirkt und diesen Effekt nach sich zieht. Er weiss nicht mehr genau, wie lange er so dort gesessen hat - 30 Sekunden, 2 - 3 Minuten? Gedanklich checkt der nicht mehr ganz so junge Mann alle seine Körperteile durch und stellt fest, dass ihm nichts weh tut. Alles scheint in Ordnung zu sein (nur Hut und Brille liegen unversehrt auf dem Boden, wie er später bemerkt). Das erstaunt ihn, sah er doch noch vor wenigen Augenblicken eine Mauer auf sich zu rasen. Das geistesgegenwärtige Kurbeln mit dem Lenkrad hatte nichts geholfen. Während das weisse Pulver (oder was das auch sein mag) immer noch durch die Luft wirbelt, fahren eine Menge Autos langsam vorbei und schauen neugierig ins Wageninnere. Alle haben etwas Wichtiges zu erledigen, das nicht verschoben werden kann. Oder sie erfassen intuitiv mit einem schnellen Blick, dass bei dem nicht mehr ganz so jungen Mann alles in Ordnung ist. So muss es sein, denn keiner hält an. Also lässt der nicht mehr ganz so junge Mann die Routine den weiteren Verlauf übernehmen:
Aussteigen (die Tür lässt sich fast problemlos öffnen), die Unfallstelle absichern, über den ADAC den Abschleppdienst anrufen, mit dem netten, blutjungen Polizisten des eintreffenden Streifenwagens Personalien und Formalien durchgehen (da der nicht mehr ganz so junge Mann der einzige Unfallbeteiligte ist, ist er natürlich auch der Unfallverursacher und wird einen Strafbefehl bekommen), beim Warten auf den Abschleppdienst ein wenig verwirrt am Strassenrand umherlaufen, das oben dokumentierte Pornobruchstück finden und einstecken, mit dem Abschleppdienst zusammen das demolierte Fahrzeug auf den Stellplatz der Firma bringen, noch einmal Formalien erledigen und mit der S-Bahn nach Hause fahren.
Auch wenn der Titel dieses Eintrags für Einige das Gegenteil
suggerieren mag - Crash von David Cronenberg (dessen
Filme ich ansonsten mag) gefiel mir überhaupt nicht.
Szenenfoto aus 'Crash' von David Cronenberg
Currently playing in the background: International Harvester - How To Survive

Wow! Nochmal Schwein gehabt, scheint mir. Alles Gute für die Überwindung des Nachschocks!
Kommentiert von: Mario | 11. Januar 09 um 22:31 Uhr
Wie krass ist denn der Unfall? Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass mir, meiner Freundin, einem Verwandten oder sonst wem passiert.
Das muss fürchterlich sein!
bei diesem Anblick wird mir immer übel!
Kommentiert von: Flug Australien | 03. Dezember 09 um 17:01 Uhr